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Weltmeister war zu Gast
Schamil Sawurow besuchte Integrationsgruppe Atlant-1 und den Kreissportverband.

Von Christian Detiof

Hans Siebke (links), der Vorsitzende des Kreissportverbandes Se geberg, fasste dem dreimaligen Weltmeister im Wushu Sambo- Combat Schamil Sawurow an den Bizeps. Gamidov Kazimagomed (rechts), Leiter der Gruppe Atlant-1, hatte den Gast aus Dagestan nach Bad Segeberg eingeladen.
Hans Siebke (links), der Vorsitzende des Kreissportverbandes Se geberg, fasste dem dreimaligen Weltmeister im Wushu Sambo- Combat Schamil Sawurow an den Bizeps. Gamidov Kazimagomed (rechts), Leiter der Gruppe Atlant-1, hatte den Gast aus Dagestan nach Bad Segeberg eingeladen.
Bad Segeberg - Boxen, Thai-und Kickboxen, Ringen, Krafttraining: Das sind nur einige Bestandteile des Wus-hu oder auch Sambo. Martialisch geht es zu, wenn die Kontrahenten im Vollkontakt-Kampfsport aufeinander treffen. In Bad Segeberg wird dieser Sport seit 2006 unter der Leitung von Gamidov Kazi-magomed bei Atlant-1 betrieben. Die Segeberger Integrationssportgruppe hatte hohen Besuch.

Mit dem 24-jährigen dreimaligen Weltmeister Schamil Sawurow aus Dagestan leitete ein junges, aber großes Vorbild der Atlant-Kämpfer Trainingseinheiten, gab wertvolle Tipps und schaute auch beim Kreissportverband Segeberg vorbei, der die Gruppe Atlant-1 organisatorisch betreut.

Sambo Combat - die Stilrichtung, in der Schamil Sawurow sich seine Weltmeistertitel erkämpfte - geht auf Nahkampftechniken der Roten Armee zurück. Das sieht man der Nase des jungen Russen an. „Anfangs hatte ich zahlreiche Verletzungen, meist Brüche der Finger und Platzwunden", gestand Sawurow. „Mit meiner jetzigen Erfahrung und Schnelligkeit hat sich das aber umgekehrt", lächelte der Muskelmann verschmitzt.

Vor allem Sawurows Überraschungsangriffe und Finten seien gefürchtet, erklärte Ka-simagomed. Gut 160 erfolgreiche Kämpfe hat der Weltmeister hinter sich. Mit dem Gewinn der Internationalen Meisterschaften, die vom russischen Wushu-Verband ausgerichtet werden, hielt Professionalität Einzug in das sportliche Leben Sawurows, der in Dagestan Sportlehrer und Co-Trainer der Nationalmannschaft ist. „Ich trainiere zweimal am Tag, Sparrings habe ich an zwei Tagen in der Woche. Kämpfe gibt es höchstens zwei binnen zwei Monaten", rechnete der smarte Kämpfer vor. In Deutschland kämpfte er nicht, sondern er reiste durch den Norden der Republik und schaute bei Freunden und Bekannten herein, darunter auch Kazima-gomed und dessen Gruppe Atlant-1.

„Für uns ist es eine große Ehre, einen Weltmeister bei uns gehabt zu haben", schwärmte Kazimagomed. Für die Atlant-Leute und andere norddeutsche Wushu-Kämpfer gab Sawurow in der Sportschule in Bad Malente Trainingsstunden. „Eine gute Vorbereitung für mich", erklärte Sawurow. „Mit 30 will ich nicht mehr kämpfen, sondern nur noch ausbilden." Davon erhielt die Bad Segeberger Gruppe einen' Vorgeschmack. „Ich konnte viel aus den Übungseinheiten mitnehmen", betonte Gamidov Kazimagomed, der sich mit seiner Integrationsgruppe nicht verstecken muss. Vom nationalen Wushu Sanda Cup in Berlin nahmen seine Kämpfer sechs Titel mit nach Hause, darunter auch den Teamsieg.

Integration durch Sport ist ein Programm des Landessportverbandes, das vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund in die deutsche Sportlandschaft holen möchte. Im Kreis Segeberg sind Gruppen in Kaltenkirchen, Wahlstedt und Bad Segeberg beheimatet.

Der Kreissport verband (KSV) Segeberg kümmert sich um Atlant-1. „Wushu bedarf noch einer vernünftigen Organisationsform mittels eines Dachverbandes ", erklärte Dieter Prahl, Geschäftsführer im KSV. In kleinen Schritten geht die Entwicklung in diese Richtung. Regeln, vor allem über das Tragen von Protektoren oder die Genehmigung des Vollkontaktes erst ab einem Alter von 18 Jahren, entwickeln sich stetig weiter.

Immer mehr junge Leute, meist Männer, strömen in die Gruppen. „Viele sind russischstämmig, aber auch Deutsche kommen zu uns", betont Kasimagomed, der täglich bemüht ist, seiner Gruppe in der Kreisstadt Anerkennung zu verschaffen und feste Trainingszeiten an möglichst einem Ort zu erhalten. Derzeit müssen die Wushu-Sportler zwischen mehreren Hallen wechseln. „Da stößt der unbedingte Wille zum Sporttreiben mit organisatorischen Hürden aufeinander", weiß Hans Siebke, der KSV-Vorsitzende.

Während seiner Begrüßung des Weltmeisters Sawurow unterstrich Siebke, dass auch die Wushu-Sportler im Kreis eine Daseinsberechtigung hätten. „Aber die Integration in bestehende Strukturen muss von beiden Seiten voran getrieben werden", betonte Siebke.
 
 
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